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Iran4

Am südlichen Stadtrand besuchten wir die Türme des Schweigens, welche aber seit den 60ger Jahren nicht mehr verwendet werden.

In Yazd lebt noch eine aktive parsische Gemeinde, eine alte Religionsgemeinschaft, die auf die Schriften des Zarathustra zurückgeht (Näheres ausführlich bei Wikipedia). Auf den Türmen legten sie ihre Verstorbenen aus, die von Geiern verspeist wurden bzw. langsam verrotteten, ohne dabei die Elemente zu beschmutzen. Es war knalleheiß an diesem Tag. Während der Einfahrt in die Kleinstadt Anar, wo wir unser Nachtlager aufschlagen wollten, roch es plötzlich heftig nach Diesel.  Da der Geruch nicht verschwinden wollte, schauten wir doch einmal nach….aus unserem Heckkoffer lief ein stetiger Strahl auf die Straße. Einer der großen Kanister hatte sich, durch die Hitze aufgeweicht,  unten aufgescheuert, ein großer speedbump gab ihm den Rest. Knapp 20 Liter konnten wir noch retten und in den Tank füllen, doch was für eine Sauerei. Die Polizei fuhr auch vorbei, bemerkte, dass wir alles im Griff haben, winkte und fuhr weiter…kein Feuerwehraufmarsch und eine Strafrechnung über Tausende von Euro…. Die nächste Sauerei folgte in der Nacht. Ein paar Rotzlöffel, die sich am Abend schon für Thomas` Motorradreifen interessierten, versuchten in der Nacht, während wir im Bus waren, diese zu stehlen. Doch Manus Gehör funktioniert besser als eine Alarmanlage.  Die Jungs, denen 3 Monate Schulferien wohl nicht gut taten, suchten das Weite…wir  auch.

(Dieser freundliche Junge war es nicht!)

Wir fuhren bis zu einem Ort namens Bayaz (mainfränkische Bezeichnung für Kasper, vergleichbar mit dem Wort Simpel) und nächtigten ungestört vor der Moschee.

Am nächsten Morgen gondelten wir entspannt durch die Wüste Lut nach Kerman, checkten im Akharvan Hotel ein und bezogen ein luxuriöses Zimmer mit Halbpension.

Das supernette Personal vom Hotel hat sich allerdings wohl den Vorsatz gesetzt uns zu mästen. Zum Essen werden uns Suppe, Salat, bis zu 4 Hauptgerichte, sowie anschließend Kaffee mit Süßgebäck gereicht (Hallo Petra, das mit dem Abnehmen hier wird wohl nichts!). Mohammad der Kellner freut sich, dass es uns so gut schmeckt und kündigt uns jedes Mal mit einem verschwörerischen Lächeln an: „Tomorrow we make something different for you!“. Schauen wir mal was es heute gibt! (Es gab Gemüsecurry, Kräuteromelette, Hähnchenkebap und eine Nudelsuppe)

Nach und vor dem Essen ruhen wir uns aus. Zwischendurch laufen wir, damit wir nicht völlig verfetten, in die Stadt (dauert etwa 45 Minuten), schauen uns die Sehenswürdigkeiten an, schlendern durch den Bazar…danach wird aber wieder ausgeruht.

Gestern sind wir nach Mahan, eine Kleinstadt etwa 40km entfernt gefahren und haben uns ein Sufi-Heiligtum angeschaut (sehr eindrucksvolles und gepflegtes Bauwerk), der Hausmeister hat uns aufs Dach geschickt und eingeschlossen, wir sollten uns melden, wenn wir wieder runter wollen.

Auf dem Dach einer Moschee waren wir bisher auch noch nicht. Tolle Aussicht und eine ungewöhnliche Perspektive (guckst du bei Bilder). Unterwegs hat James neues Öl bekommen („german car, iranian oil, very good, Germany, Iran friends“ freute sich der Mechaniker als ich nicht Castrol oder Total wollte).

Leider kam es nach einem Anschlag in Peshawar, wieder zu Unruhen in Pakistan. Wir verfolgen die Nachrichten und hoffen, dass sich die Situation wieder schnell beruhigt.

Heute und morgen werden 2 unserer, durch die kritischen Gebiete, Mitreisenden eintreffen, die anderen beiden hängen derzeit mit einem Getriebeschaden in Isfahan fest, kommen aber hoffentlich schnell nach.

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