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Von Pakistan nach indien

In Sukkur sind wir in dem mehr als üblen „Red Carpet Hotel“ im 4-Bett-Zimmer gelandet. Bevor Neid aufkommt, anbei ein paar Fotos (siehe Galerie)! Für 360 km haben wir 10 Std. gebraucht, da kann man sich vorstellen, wie die „Mainroad to Asia“ aussieht.

Im Übrigen bin ich mir während der letzten zwei Wochen so vorgekommen, als wäre ich die einzige Frau auf dem Erdball. Sowohl im Osten des Irans,  als auch in Pakistan gibt es in der Öffentlichkeit keine Frauen, noch nicht `mal Mädchen. Das letzte „Frauengespräch“ habe ich in Sinop, Türkei, geführt, „Lichtjahre“ entfernt. So ein richtiger Frauentratsch, das wär`s jetzt!

Dann im Affenzahn von Sukkur nach Multan (wieder 10 Std.!); dort war es schon stockfinster und wir haben bei einer Shell-Tankstelle um Asyl gebeten; nachdem der Oberchef sein ok. gegeben hatte, durften wir dort bleiben. Die Mitarbeiter waren so nett, dass es uns schon fast peinlich war: Stühle und Tisch wurden rangeschafft, wir bekamen Tee und Kekse – und für Thomas, der sonst im Zelt schläft, wurde ein Bettgestell herrangeschleift. Morgends um 6 war der Chef wieder da, um uns Tee zu servieren.

Dann ging es wieder im gefühlten Formel 1-Tempo ( 90km/h über Stock und Stein) von Multan nach Lahore. Ich habe mich in Pakistan echt gefühlt wie bei der Ralley Paris-Dakkar – Augen zu und durch. Das Land hätte sicher etwas mehr Aufmerksamkeit verdient, aber die politische Lage und die Tatsache, dass es kaum möglich ist, etwas gut Verträgliches zu Essen zu finden, haben uns Flügel verliehen.

Dann endlich Lahore! Verabschiedung von Jürgen – er hatte kein Visum für Indien – ab nach Wagah zur Grenze. Pakistanische Seite schnell abgewickelt, ziemlich professionel, ganz anders als bei der Einreise. Dann indische Grenze – ganz easy, hatten wir gedacht! Welch `eine Fehleinschätzung. Erstmal Immigration, kein Problem. Was dann kam, ist kaum zu beschreiben: Da kam so ein miesepetriger Typ, baut sich vor dem James auf und sagt: „All out!“ Ich hab` gedacht, der macht Witze, aber es war kein Witz. Meine Versuche ihm zu erklären, dass das nicht geht, hat er mit dem Argument abgeschmettert, dass er uns die Einreise verweigert. Also musste der James ausgeräumt werden. Diesen Alptraum kann sich vermutlich nur vorstellen, wer schon mal mit einem Wohnmobil unterwegs war. Bettzeug, Medikamente, Angelzeug, Ersatzteile, Slipeinlagen, Dieselkanister, Klopapier, Schmutzwäsche…, alles bis zum letzten Schraubenzieher wurde auf Gepäckwagen geladen und einzeln durch das X-Ray gejagt. Inzwischen habe ich natürlich vor lauter Verzweiflung geheult. Für den Deppen vom Zoll anscheinend ein sicheres Zeichen dafür, dass wir etwas zu verbergen haben. Auch die weiblichen Soldaten haben keinerlei Verständnis gezeigt. Über die Grube fahren – alle Ritzen wurden untersucht – sogar die Antenne und die Außenspiegel. Derweil ist der Drogenhund über das aufgestaute Gepäck hergefallen. Die Lebensmittel musste ich anschließend entsorgen. An meiner schmutzigen Wäsche, die ja schon seit Kerman im Plastiksack war, hatte er bestimmt seine Freude.

Aber nicht genug, jedes Stück wurde noch mal von Hand untersucht und nachdem ich das ok. zum Einräumen hatte, ging es wieder mit dem Auto los: Heiko musste dann auch noch im Innenraum Verkleidungen abschrauben. Es war ein Fiasko ohne Ende; irgendein Furz steckte diesem Idioten an diesem Tag quer und wir mussten es ausbaden. Wir hatten uns das anders vorgestellt: Nach über 10.000 km – indische Grenze – Hochgefühl und Jubel. Statt dessen erstmal Frust. Wir sind dann nach Amritsar weitergefahren zu  Mrs. Bhandaris Guesthouse und haben unser erstes eiskaltes Kingfisher getrunken. Wir mussten die vergangenen Tage erst `mal sacken lassen. Jetzt genießen wir hier die Ruhe, auch wenn das Ganze für indische Verhältnisse ziemlich teuer ist: Wir zahlen für`s Zimmer 30 € und das Bier kostet 2 €, dafür haben wir aber auch eigene KüheJ. Heute waren wir im Goldenen Tempel, in welchem im Gegensatz zu unserem letzten Besuch (normalerweise kommen wir im Monsun nach Indien)die Hölle los war. 

Gestern haben wir den James gereinigt: 3 Std. Staub und Sand entfernen mit kaltem Wasser: Alptraum!!!!! Außen sieht er auch gut aus: Der Abwassertank ist unter der Dreckkruste nur zu erahnen.

Heute habe ich mir den puren Luxus gegönnt: Ich war in der „Beauty Box“ und habe mir die Haare färben lassen. Währenddessen wurde eine Braut hergerichtet und angesichts deren Schönheit wurde ich grün vor Neid. Das hielt allerdings nur solange an, bis ich der Tatsache gegenwärtig wurde, was dieses Mädchen(höchstens 16) zu ertragen hatte: Allein der Schmuck wiegt gute 3 kg: das Tuch auf ihrem Kopf nochmal 3 kg; das Kleid bestimmt auch 5 kg; das ist bestimmt nicht lustig für die Braut.

Ich habe versucht, mir die Augenbrauen färben zu lassen, das ging voll in die Hose, denn so was gibt es hier halt nicht; die haben es mit Haarfärbemittel probiert (bei uns undenkbar), hat nicht geklappt, außer dass es gebrannt hat wie Feuer.

Hallo Petra, ich hoffe Dr. Aufschneider hat Dich wieder richtig zusammengeflickt und es geht Dir gut!?!

Liebe Klaudia, nein, ich weiß nicht warum Du nicht mehr mit mir redest; aber da ich noch bis Juni nächsten Jahres unterwegs bin, ist das ja auch nicht weiter tragisch; bis dahin hast Du es hoffentlich vergessen!

Hallo Andrea, Du musst bestimmt nicht in die Biotonne, wir werden unterwegs sicher noch Türme des Schweigens finden, welche noch in Betrieb sind!

Wir werden in den nächsten Tagen weiterfahren Richtung Delhi und Rajastan. Bis Goa sind es 2300 km, machbar, wenn wir nirgendwo länger verweilen, in ca. 10 Tagen.

Ganz liebe Grüße an alle die in ihren Gedanken mit uns sind und Danke für die Gästebucheinträge!!!!!

Liebe Grüße von Manu

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