logotype
image1 image1 image1

Dengue

Spätestens am dritten Tag fühlte ich mich wie halb verdaut und wieder ausgekotzt…keine Kraft und Motivation um auch nur einige Schritte zu laufen, auch wenn das Fieber zwischenzeitlich verschwand. Die Knochenschmerzen wurden von einem großflächigen Ausschlag mit Einblutungen im Gewebe abgelöst, besonders heftig war das Jucken an Hand- und Fußinnenflächen (fühlt sich an, als ob du gerade mehrere Wespenstiche abbekommen hättest). Nachdem das Fieber verschwunden war, ich mich aber nicht besser fühlte, fuhren wir in den nächsten Ort in ein kleines privates Krankenhaus.

Der Arzt  diagnostizierte Dengue, ordnete aber noch eine Blutuntersuchung an, um sicher zu sein. Am Abend sollten wir zum „report“ wieder kommen. Von dort aus gings allerdings direkt in die Kreisstadt in ein größeres Krankenhaus, da meine Thrombozyten dermaßen im Keller waren, dass die Gefahr von Schleimhaut- bzw. inneren Blutungen zu groß war. In der Mothercare Klinik in Margao durfte ich dann 4 Tage verbringen. Im klimatisierten Zimmer mit Fernseher, auf eine Wechseldruckmatratze gebettet, bin ja auch schon etwas älter J, am Tropf hängend, dadurch mit Magenberuhigern und Aufbaumineralien versorgt, hieß es der Dinge harren und hoffen, dass meine „bloodlets“ sich schnell erholen. Der Tagesablauf im indischen Krankenhaus sah dann folgendermaßen aus:

5.45 Uhr: Blitz und Donner (hab sie so genannt). Frau Blitz kehrt das Zimmer aus, Frau Donner folgt wenig späte, putzt nach und schrubbt lautstark das Bad)

6.30 Uhr: Mr. Leech-Time: Der Laborassistent zapft mir Blut ab für den „bloodlet-count“.

7.30 Uhr: Blutdruck, Puls und Sauerstoffsättigungsüberprüfung durch die Assistenzärztin und eine Krankenschwester.

9.00 Uhr: Doktor Aman mitsamt großem Geschwader  hört mich ab, fragt nach Farbe von Urin und Stuhl und teilt mir mit, wie weit ich denn schon regeneriert sei (d.h. wie viele neue Blutplättchen meine gute Leber neu gebildet hat).

9.10 /12.30/18.00 Uhr: Der Manager oder  ein Gesandter des Managers nimmt unsere Essensbestellung auf, das Essen für Europäer wird in einem Hotel bestellt und abgeliefert, indische Patienten werden in der Regel von ihrer Familie versorgt. 

Zwischendurch kommen unzählige Krankenschwestern und schauen nach dem Rechten, wechseln die Infusion oder spritzen mir irgendwelches Zeug.   

17.30 Uhr Dr.Aman kommt noch einmal und erkundigt sich nach meinem Befinden  („You are recovering, but you have to stay one more day, to be sure, there is no internal bleeding.“)

Nach vier Tagen durfte ich wieder raus und seitdem gehts mir von Tag zu Tag besser. Abgehakt!

 

2017  jamesontour.de  globbers joomla template