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Von Zypern nach Mersin

 

Und auf Zypern gibt es mehr alte Steine als Einwohner! Zuerst mussten wir allerdings nach Gazi Maguza (früher Famagusta) in die Türkische Republik Nordzypern. Hierfür braucht man ein Visum, was allerdings kein Problem darstellt. Wir sind mit einer Mercedes-Stretch-Limo dorthin mehr geflogen als gefahren worden – der Fahrer war ein verhinderter Formel 1 –Pilot.

Nordzypern erinnert dann doch ziemlich an den ehemaligen Ostblock. Extrem ist es in Lefkosia (früher Nikosia); die einzige geteilte Hauptstadt der Welt. Es gibt keine Mauer wie in Berlin sondern Barrikaden aus Fässern und Sandsäcken (leider hatten wir in Nikosia nie den Foto dabei).Die Häuser auf beiden Seiten der Grenze sind Ruinen – dort haust jetzt die UN.

Auch das ehemals blühende Touristenviertel von Famagusta besteht nur noch aus Hotelruinen, seit Mitte der 70ger ist es Pufferzone.

In Famagusta hatten wir ein schäbiges Hotel mit täglich einem üppigen Frühstück von 5 Oliven, ¼ Tomate, 4 Scheibchen Gurke und 3 qcm Schafskäse. Wir hatten keine große Wahl – die touristische Infrastruktur dort ist gleich Null.

Zufällig fanden wir ein kleines namenloses Restaurant (namenlos nur ohne Lesebrille Zwinkernd:Ruyas Cafe) in welchem die Chefin türkische Hausmannskost gekocht hat;

dort konnten wir uns täglich satt essen und wurden vom Personal auch gleich adoptiert.

 Am letzten Tag waren wir eingeladen und bekamen auch noch ein Abschiedsgeschenk! Der letzte Tag hat uns auch tatsächlich Regen beschert! Der 4. Regentag in 8 Monaten! Wir saßen nass und durchgefroren (Heiko auch noch mit üblem HWI) in einem Bushäuschen; aus dem Hotel mussten wir ja zu Mittag bereits auschecken.

Die Fähre nach Mersin ging dann abends um 20 Uhr. Es war schon eine ziemliche Odysee bis wir die Tickets in den Händen hatten. Niemand konnte uns sagen wo es die gibt oder wann überhaupt eine Fähre abfährt. Die haben uns von Pontius zu Pilatus geschickt; der Typ von der Touristen-Information gab uns den hilfreichen Tipp, dass andere Leute das Flugzeug nehmen würden. Wir haben es nach viel Lauferei dann doch eigenständig geschafft das Büro der Schiffahrtsgesellschaft zu finden.

Die Überfahrt dauerte 14 Stunden und mitten in der Nacht, als das Schiff ziemlich schlingerte, bin ich leicht panisch geworden. Mir standen alle Schiffsunglücke, angefangen bei der Titanic, von denen ich jemals gehört hatte, vor Augen. So ein aufgewühltes nachtschwarzes Meer ist alles andere als romantisch. Dazu kam der Geruch von unzähligen Schweißfüßen (alle Männer hatten ihre Schuhe ausgezogen) und der saure Geruch von Erbrochenem (das waren die zwei Frauen, die außer mir an Bord waren).

Nach ewiger Sucherei (die Hausnummer 66 liegt ca. 2 km von Nr. 62 entfernt – dazwischen ca. 100 Häuser ohne Nr.) haben wir dann gestern MSC (auf deren Schiff befindet sich der James) gefunden. Dort erfuhren wir, dass die „Aenne Rickmers“ erst morgen ankommt, der Zoll am Wochenende nicht arbeitet und wir somit erst am Montag an unser Auto kommen. Zudem brauchen wir einen Custom-Broker. Da wir nur selten Container verschiffen habe ich keine Ahnung wie der auf deutsch heißt. Auf jeden Fall soll der uns helfen, das Auto durch den Zoll zu bekommen.

Glücklicherweise sitzen wir hier in einem angenehmen Hotel mit blütenweißer Bettwäsche und alles ist pieksauber. Das Frühstücksbuffet ist großartig, es gibt sogar Pommes! Mersin ist zwar eine Großstadt, aber es ist ganz erträglich. All zu viele westliche Touristen scheint es nicht zu geben; die Leute gucken uns auf der Straße hinterher. Hat natürlich seine Vorteile: Hier bekommt man auch einen Tee wenn man beim Straßenverkäufer nur einen Gürtel ersteht. In Istanbul gibt es das inzwischen nur noch wenn man einen Teppich kauft.

Und zum Rätsel: Der Peter hatte recht; habe das Foto aus 10.000m Höhe über Saudi-Arabien aufgenommen – es sind tatsächlich Bewässerungsanlagen in der Wüste.

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