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Türkei - letzter Akt

 

Das heißt, Holztischgarnitur vor das Auto geschleppt, gekocht, gegessen, Absacker und zwischendurch das Auto ein wenig angepinselt. Am nächsten Morgen durfte Manuela das letzte Mal alte Steine anschauen.

Milet, die Stadt von Thales (ja, der mit dem Thaleskreis..Winkelsumme immer 360 Grad usw., was man sich alles merkt…) war aber, wenigstens für mich sehr sehenswert.  Nördlich von Kusadasi fanden wir dann, nachdem wir uns im netten Städtchen Selcuk gestärkt hatten, doch noch einen gut ausgestatteten Campingplatz und, da sieht man mal wieder wie klein die Welt ist, trafen Alex und Kira wieder, diesmal unterwegs mit ihrem VW-Bus, die wir im Oktober schon in Agonda kennen gelernt hatten. Auf dem Platz habe ich nach 20000 km mal den Keilriemen ein wenig nachgespannt, jetzt läuft der Lüfter wieder ohne Nebengeräusche. Manu hat fleißig gewaschen und sich mit der Reinemachfrau angefreundet. Zum Abschied gab es dann sogar Rosen. 

Den Touristenmagnet Efes haben wir uns dann geschenkt: 10 Euro Eintritt pro Nase plus Parkgebühr, sowie unzählige große weiße Reisebusse machen keinen Spaß. Am Sonntagabend fand dann eine Froschinvasion statt. Innerhalb von einer Stunde kamen 13! große Reisemobile bemannt mit rüstigen französischen Pensionisten, samt Reiseleiter, auf den Platz, stellten erst mal Alles zu, hatten dann eine Sektempfang, bekamen die Instruktionen für den nächsten Tag und gingen dann alle auf Kommando ins Häuschen. Es machte noch kurz „surr“,  13 Satelittenschüsseln wurden ausgefahren und Ruh war. Bevor sie uns umzingeln konnten fuhren wir dann am nächsten Morgen weiter nach Bergama (Pergamon).

Dort besuchten wir lediglich die riesige rote Basilika, vom Asklepion, wo der Vater der abendländischen Medizin, Galen, praktizierte ist kaum mehr als eine „colonaded street“ (Manu lacht schon, wenn sie den Namen nur hört…halbe Säulen und dazwischen Steinbrocken) übrig, den Prototyp einer Akropolis mit  verschiedenen Bebauungsphasen haben wir uns in Amman zu einem angemessenen Preis angeschaut (auch Pergamon hätte gerne 10€ pro Sehenswürdigkeit).

Die Stadt Bergama hat uns mit ihrem alten Stadtviertel aber sehr gut gefallen und ich war beim Barbier und hab mich mal zurechtstutzen lassen.

Gerne hätte ich dann in Izmir neue Saiten für die Baglama gekauft, ein neues Fell für die Darbuka, aber als nach eineinhalb Stunden Stadtrundfahrt immer noch kein Parkplatz aufzutreiben war, haben wir es aufgegeben und sind weiter die Küste hinauf gefahren.

Nach einem Stadtbummel mit Mittagessen in Foca, fanden wir in Yenisakram, neben einem geschlossenen Campingplatz, ein Fleckchen zwischen einem kleinen See und dem Meer. Innerhalb von einer Stunde hatte uns ein Eisbär adoptiert.

Gut es war eine doch recht große liebenswerte Hundedame mit weißem Wuschelfell und großem Appetit. Nach einer Menge Käse, Keksen, eingeweichtem Brot  hat sie uns dann die ganze Nacht über bewacht. Nachdem des Nachts noch eine hungrige Katze schreiend vor dem Auto saß, waren wir den Großteil unserer Vorräte los.

Nun sollte der letzte Tag in Asien anbrechen. Nach kurven- und steigungsreicher Fahrt fanden wir vor Canakkale einen Campingplatz direkt an den Dardanellen und schauten den Nachmittag lang den Schiffen zu.  

Mit Duschen war leider nichts. Der Optik nach wurden die 1453 das letzte Mal benutzt. Zudem bließ ein arschkalter, kräftiger Wind; der uns auch noch die nächsten Tage begleiten sollte.

Am nächsten Morgen ging es ganz flott: Rauf auf die Fähre, eine halbe Stunde zwischen den Kontinenten…hosca kalin Asia..nach 9 Monaten wieder in Europa (Zypern ist zwar EU, aber nicht in Europa).

Als wir nach einer Rundfahrt über die Schlachtfelder von Gelibolu  (WW1: Schlacht von Gallipoli, über 500000 Tote und Verletzte…sieht ähnlich aus wie die Landungsküste in der Normandie),

auch nach über 100 km Gegurke durch die schöne thrakische Landschaft (fast wie in der Rhön) keinen, wenigstens ein wenig windgeschützten, Stellplatz fanden, sollte es auch unser Abschied von der Türkei werden.

Die Grenzformalitäten dauerten auf beiden Seiten keine 3 Minuten, der türkische Zollbeamte amüsierte sich noch königlich über unseren Fahrzeugeinreisestempel vom Hafen in Mersin: „Die haben euch nur vier Wochen gegeben?“…“Ja für 50 Lira Bakschisch“…(Kopfschütteln und Lachen)….und wir waren in Griechenland.

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